MotionTrio

Rezensionen - MotionTrio

 

Datum: Mittwoch, 4. August 2010
Medium: Flensburger Tageblatt
Fließende Klangkaskaden mit viel Rhythmus

 

 

Furios: Das polnische Motion Trio spielte mit viel Fantasie. KF
Weit weg von dem, was gemeinhin mit dem Akkordeon verbunden wird. Keine Folklore. Kein Tango. Keine Musettes. Stattdessen Klangteppiche, viel Rhythmus, Elemente von Rock, Jazz, Klassik und Minimalmusik. Ihrem Spitznamen "Trio Furioso" machten Janusz Wojtarowicz, Pawel Baranek und Marcin Galazyn am Montagabend in der Everswerft am Niendorfer Hafen alle Ehre.
Richtig heißen sie "Motion Trio", spielen seit 14 Jahren zusammen und touren durch die Welt. Das Trio ist großes Publikum gewohnt, es spielte vor zwei Jahren in der New Yorker Carnegie Hall - und schlug Montagabend 1000 Menschen in den Bann. Das Konzert in der Werfthalle war seit langem ausverkauft.
Motion, Bewegung: Klangkaskaden fließen, rhythmische Bässe schaffen ein Korsett, darüber schweben Melodien. Gelegentlich dreht das Trio zur Improvisation auf, schüttet mit Hilfe der hallreichen Akustik kakophonische Fanfaren in die spröde Industriearchitektur.
Doch die meisten Titel sind harmonisch. Meister wie Chopin und Bach liefern die Basis außergewöhnlicher Arrangements. Kaum etwas erinnert daran, dass es drei Akkordeons sind, die diesen Rausch an Tönen produzieren. Große Fantasie lassen die drei Polen, die mit spürbarer Freude ohne Pause eineinhalb Stunden durch spielen, auch bei der Erzeugung rhythmischer Strukturen walten: Das ganze Akkordeon wird zu Bongos, selbst das Klappern der Registerklappen wird verwendet.
Es ist nicht die technische Virtuosität, die das Motion Trio zur Avantgarde des Akkordeonspiels macht. Vielmehr ist es eine Homogenität des Zusammenspieles, die höchst komplizierte Arrangements mühelos meistert.
Große Teile des Publikums applaudierten dem Trio frenetisch. Und die meisten Zuhörer verließen die Halle bewegt von der Einsicht, dass mit dem Akkordeon moderne, mitreißende Musik gemacht werden kann.
Achim Krauskopf

 

 

 

 

 

 

 

 

Eine Entdeckung: Akkordeon-Virtuosen aus Polen.

 

 

HAMBURG – Es roch nach Schmieröl und Bremsabrieb. Das Publickum musste sich zwischen aufgebockten Zügen hindurch zum Konzert schlängeln – zu den drei Herren, die das Motion Trio bilden. An diesem Ort – eine Reparaturhalle für S-Bahnen in Hamburg-Ohlsdorf - darf man Besonderes erwarten. Und Janusz Wojtarowicz,  Pawel Baranek und Marcin Galazyn (bitte merken!) bieten es: Akkordeon-Musik der ironischen wie neutönenden Art.

Sie werfen ihre Frackschöβe hinter sich, setzen schmachtende Mienen auf und wischen nicht vorhandene Locken aus dem Antlitz – ironisieren also die groβen Gesten der Virtuosen, um dann ein Potpourri von Chopin-Klavierstücken als Tango und ein Prélude als Samba zu intonieren.

Doch egal, ob sie Werke von Chopin, Michael Nyman oder Wojciech Kilar ansagen – eigentlich sind alle Stücke, die die drei im S-Bahn-Ausbesserungswerk und einen Abend später in der Halle der Niendorfer Evers-Werft mit groβer Expressivität und dramatischer Mimik ihren vom klassischen Betrieb weitgehend geächteten Instrumenten entlocken, alle selbst komponiert. Da wummern Techno-Beats, da gibt es minimalistische Endlosrepetitionen. Die Herren haben keine Angst vor Lärm, Missklang und auch nicht vor harmonischer Trivialität. Trio-Chef Wojtarowicz eilt als Chef de plaisir zwischen seinen beiden Kollegen hin und her, setzt die Musik auch noch in Bewegung um und reiβt das Publikum mit. Groβer Beifall bei beiden ausverkauften Abenden.

 

 

 

 

 

Datum: Dienstag, 3. August 2010

Medium: Kieler Nachrichten

Akkordeon im Reich der Klangmöglichkeiten

Von Beate König

 

Altenhof. Tritt das Motion Trio auf, wird das Akkordeon zum Spielball dreier Virtuosen. Mit berauschenden Klangbildern von Eigenkompositionen und Chopin-Bearbeitungen rissen die polnischen Musiker das Publikum im Kuhhaus in Altenhof bereits ab der Mitte des Konzerts zu stehenden Ovationen und „Zugabe“-Rufen hin.

Zwei Knopfakkordeons und eins mit Tasten, drei edle Instrumente von Pigini, werden in den Händen von Marcin Galazyn, Janusz Wojtarowicz und Pawel Baranek zu akustischen Multitools: Galazyn bearbeitet den Falten-Balg von vorn und von hinten wie ein Cajon, entlockt den Kanten Klack-Sounds, entfesselt durch Blasen in den Balg Gewitterstürme. Wojtarowicz’ Anschlag ohne Luftdruck schnarrt wie eine gut geölte Nähmaschine. Baranek lässt mit Fingernägeln Regentropfen perlen. Klassisch per Tasten- oder Knopfdruck erzeugte Töne klingen angenehm schwingungsfrei. Aber auch hier loten die Drei mit Experimentierlust das Maximum an Klangmöglichkeiten aus: Orgel-Magnifizenz, mittelalterlicher Drehleier-Klang, Dudelsack, Scratch-Sounds, alles geht beim Motion Trio. Hilfsmittel für Techno-Gewummer: ein Mikro, das per Handschlag „DJ Chicken“ den nötigen Rhytmus-Antrieb gibt.

Chopin inmitten der modernen Klanglandschaften des klug durchdachten Programms wirkt als Gegenpol organisch: Melancholie und schwebenden Weiten tastet das Trio beseelt, den Melodien Raum und Zeit gebend, nach. Beim Walzer F-Dur, op. 34 Nr. 3, gelingt Wojtarowicz in seiner Bearbeitung eine Frischzellenkur. Unterlegt mit einem Bossanova-Rhytmus, vibriert das Stück in neuer Spannung. – Und auf Applausstürme reagierte das Trio mit so überrascht-erfreuten Mienen, als wollten sie sagen: „Es ist doch nur Musik!“.

 

 

 

 

 

Motion Trio for Cracov

Nach ihrem Konzert in Potsdam zusammen mit dem Deutschen Filmorchester Babelsberg gab es über 15 Minuten stehende Ovationen. Als sie im Januar 2008 in der berühmten Carnegie Hall ein zweistündiges Konzert mit Werken von Penderecki, Górecki, Kilar und eigenen Kompositionen gaben, gab es gar zweimal Standing Ovations. Im April des laufenden Jahres spielten sie im Londoner Barbican Center ein hervorragendes Konzert zusammen mit der Band des Filmmusikkomponisten Micheal Nyman. Im Herbst werden diese Auftritte in Polen wiederholt – und dann geht der weltbekannte Komponist mit dem Krakauer Trio ins Studio.
Im Herbst des Jahres 2000 gewann das „Motion Trio” den Grand Prix des IV. Internationalen Krzysztof-Penderecki-Wettbewerbs für zeitgenössische Kammermusik, der von der Jury damals ausnahmsweise ex aequo zuerkannt wurde. Und das – wie wir jetzt Jahre nach dem Festival enthüllen können – nicht ohne ein starkes Lobbing der Mitbegründerin des Wettbewerbs, Agnieszka Odorowicz, der Vizepräsidentin des Kunstinstituts. Und sie täuschte sich nicht – die kommenden Jahre bewiesen, dass das Motion Trio, das vier Jahre zuvor von Janusz Wojtarowicz gegründet wurde, aus Instrumentalisten mit riesigem Talent besteht, die bewusst und konsequent an ihrer Karriere arbeiten. Heute ist das Trio ohne Zweifel der herausragendste Preisträger dieses Krakauer Wettbewerbs.
Mit ihrem Spiel rufen sie riesige Effekte hervor – egal, ob an der University of Chicago, auf dem Privatgrundstück des amerikanischen Multimillionärs Arie Zweig, im Wiener Jazzclub Joe Zawinula oder auch auf so prestigeträchtigen Veranstaltungen, wie etwa dem Geburtstag von Andrzej Wajda in der Warschauer „Fabryka Trzciny“ oder einem internationalen Festival. Sie beweisen immer, dass das Akkordeon ein wichtiges und ernsthaftes Instrument ist und nicht etwa irgend so eine „Falte“, ein „Heizkörper“ oder ein „Schwein“, wie es oft abfällig genannt wird.
Die Nobilitierung des Akkordeons und der Nachweis seiner unwahrscheinlichen Klang- und Anwendungsmöglichkeiten in jedem Bereich der Musik und damit die Anhebung des Rangs dieses Instruments waren von Anfang an die Vorhaben des Leiters des Trios. Mit Stolz und Freude sagte er mir vor 9 Jahren: - Dank dem Grand Prix im Internationalen Penderecki-Wettbewerb erhielt dieses Instrument ein Qualitätszertifikat und bewies, dass ein Akkordeon-Trio das gleiche sein kann, wie ein Streichquartett, dass dieses über Jahre verschmähte Instrument nicht schlechter ist, als ein Klavier, eine Geige oder eine Klarinette.
Damals erwähnte er auch, dass er von einem Auftritt in der Carnegie Hall oder – wie er wohl verängstigt von der Kühnheit seines Wunsches hinzufügte – in einem anderen, prestigeträchtigen Saal träume. Er gab sich selbst 10 Jahre für die Realisierung dieses Traums. Sein Ziel erreichte er bereits nach sieben Jahren.
Das Trio widmete dieses Konzert in der überfüllten Zankel Hall – dem zweitgrößten Saal der Carnegie Hall, einem der berühmtesten Konzertsäle der Welt – dem Gedenken an Andrzej Krzanowski, dem größten polnischen Akkordeonisten und Komponisten. - Ich will nicht verschweigen, dass wir sehr aufgeregt waren. Aber bereits nach den ersten Takten konzentrierten wir uns auf die Musik. Nach dem ersten Teil wussten wir, dass alles gut wird. Nach der Pause kehrten wir in unseren eigenen Kostümen auf die Bühne zurück, die nicht so offiziell sind und eine leichte Sensation erweckten, und spielten unsere eigenen Kompositionen. Wir fühlten, dass die Zuhörer unsere Musik vollständig akzeptierten. Davon zeugten zwei Standing Ovations, was in diesem Saal angeblich sehr selten vorkommt. Das erste Mal stand das Publikum gleich auf, das zweite Mal nach der Zugabe – erzählte der Leiter des Trios nach der Rückkehr. Sie verkauften alle Platten, die sie mitgenommen hatten. Zudem erfüllten sie den in Schlange stehenden Amerikanern und Auslandspolen zahlreiche Autogrammwünsche.
Der Besuch in der Carnegie Hall war beileibe nicht sein erster Aufenthalt in diesem Land: schon zuvor konzertierte er hier mit dem Trio und führte zudem Meisterklassen an der Universität Chicago.
- Meine ganze Familie emigrierte dank meines Großvaters zu Beginn der 90-er Jahre des vergangenen Jahrhunderts in die USA. Ich habe beschlossen, dieses Land gern zu besuchen, wenn ich in Polen etwas erreiche – sagte mir Janusz Wojtarowicz nach dem Gewinn des Grand Prix im Jahre 2000.
Jetzt kann er hinzufügen, dass er den Weg gegangen ist - 
von der Straße in die Carnegie Hall.
Die Erfahrungen des Spielens „on the street” fasste er auf der Platte „Pictures from The Street” des Motion Trios zusammen, die in etwa 30 Ländern auf der ganzen Welt vertrieben wurde.
Selbst war er mit seinem Akkordeon nicht in so vielen Staaten unterwegs, die Plätze und Straßen in vielen Teilen Europas lernte er aber sehr gut kennen.
- Dank dessen weiß ich, wie Wien aussieht. Auch in Freiburg, Zürich, Rom, Strasbourg, Lyon, Dijon und Basel würde ich mich nicht verlaufen. - zählt er auf. Die französischen Chlochards warnten ihn für 10 – 20 Francs in der Stunde, wenn eine Polizeipatrouille kam. In der Nähe des Markusplatzes in Venedig schrie ihn eine alte Italienerin furchtbar an – er verstand zwar die Worte nicht, aber worum es ging, wusste er, als neben ihm ein Blumentopf landete und schließlich von oben heißes Wasser herunterkam.
Eines der größten Abenteuer erlebte Wojtarowicz in Rom. Er spielte, als er plötzlich neben sich einen dicken, mit Goldketten behängten Italiener sah – und zusammen mit diesem drei weitere Typen mit eindeutig gefährlichem Aussehen. In gebrochenem Englisch hörte er, dass er sehr schön spielt, aber leider überhaupt nicht zu hören ist. Anschließend wurde er ohne Pardon in ein Auto gesetzt, das mit unbekanntem Ziel in unbekannter Richtung abfuhr. - Diese ziemlich lange dauernde Fahrt war für mich ein Horror – erinnert sich der Musiker. - Schließlich hielten wir vor einem Musikgeschäft, das ich mit einem Geschenk in Gestalt einer hervorragenden Beschallungsanlage und zweier moderner, am Akkordeon anzubringender Mikrofone wieder verließ. Anschließend wurde ich zurück an die Stelle gefahren, wo man mich aufgegabelt hatte, denn meine Mäzen wollten unbedingt hören, wie die Geräte funktionieren. Und anschließend verschwanden sie genau so schnell, wie sie erschienen waren. Diese Ausrüstung habe ich über lange Jahre genutzt und anschließend noch für mehrere Hundert D-Mark verkauft.
Solche Erzählungen, auch über das Spiel bei Kälte und Hunger, erlebte der Leader des Motion Trios sehr viele. Ähnlich wie sein Kollege aus der Band, Marcin Gałażyn.
- Ich habe das halbe Europa mit dem Akkordeon bereist, allein und mit der Band Que Passa. Ich habe auch in Kraków auf der Floriańska-Straße gespielt. Bis heute sehe ich diesen Zeitraum als sehr gelungen an – dank dessen habe ich sehr viel gelernt – gibt Marcin Gałażyn zu. Er erinnert sich daran, wie einmal „einer der wichtigsten Dozenten“ ihm eine Münze in seinen Hut warf.
- Professoren und Dozenten sollten junge Talente unterstützen, die auf der Straße spielen. Nicht nur deshalb, weil diese so ihr Geld verdienen. Dies ist für die jungen Leute der erste Schritt auf der Musikbühne – zu den Konzertsälen haben sie noch keinen Zutritt und die Straße gibt ihnen die Möglichkeit des Kontakts mit dem Zuhörer, erlaubt dessen Reaktionen zu beobachten und mit ihm in Kontakt zu treten. Das sind wertvolle Stunden mit dem Instrument... - sagt Gałażyn überzeugt, denn er kann sich gut daran erinnern, dass solch ein Spiel nicht allen an der Hochschule gefällt.
Das letzte Mal haben sie so im Jahre 2003 gespielt – am Bodensee, unter anderem deshalb, um das Zugticket von Kraków nach Warschau kaufen zu können, wo sie zusammen mit Bobby McFerry auftreten sollten.
Alle drei studierten 
an der Krakauer Musikakademie.
Marcin Gałażyn (die Kollegen nennen ihn wegen der Farbe seiner Haarpracht „den Roten“), 34 Jahre alt, spielt seit neunzehn Jahren Akkordeon. Er stammt aus den Masuren, aus Augustów. Die Oberschule schloss er in Białystok ab, anschließend wählte er ein Studium in Kraków.
Paweł Baranek, 31 Jahre, nahm als Zehnjähriger im heimatlichen Kozłów, 20 km von Miechów entfernt, ein Akkordeon in die Hand. Viel verdankt er seinem Lehrer Wiesław Kusior, der ihn seit der 4. Klasse in Miechów unterrichtete und später wegen seines Talents mit an das Musikgymnasium in Tarnów. Das Studium schloss er mit Auszeichnung ab, er sammelte viele Preise in den unterschiedlichsten Wettbewerben.
Der Leader - Janusz Wojtarowicz. Auf dem Akkordeon spielt er seit 31 Jahren. Er fing im Alter von 7 Jahren dank seinem Vater, Eugeniusz Wojtarowicz, dem Leiter der Filiale in Nowy Targ der Musikschule I. Grades aus Rabka, an. - Das war der einzige Lehrer, der mich spielen lehrte, später war ich hauptsächlich Autodidakt – erinnert er sich nach Jahren.
Das Musikgymnasium in Kraków schließt er mit sehr gutem Ergebnis ab. Er beginnt mit dem Studium. Damals befand sich die Musikakademie noch in einem Gebäude zusammen mit der Staatlichen Theaterhochschule, was die Kontakte erleichterte. Er schrieb die Musik zum „Silbernen Schlaf der Salome“, das Jerzy Jarocki als Diplomarbeit vorbereitete. Später assistierte er Stanisław Radwan, als dieser die Musik zu diesem Theaterstück für das Alte Theater in Kraków erschuf. Im dritten Studienjahr nahm er eine einjährige Auszeit, um „on the street“ zu spielen. Anschließend schloss der das vierte Studienjahr ab, aber machte die ganze Zeit über noch etwas nebenbei. Er schloss sich der Gruppe von Rafał Kmita an, schrieb hervorragende Musik zum bis heute aufgeführten, mehrfach ausgezeichneten Stück „Alle aus einem Mantel“ und zum am Jaracz-Theater in Łódź durch Eligiusz Brzyk inszenierten „König Ödipus“.
Wie viel übermäßig talentierten Musiker machte er die ganze Zeit über noch etwas „nebenbei“, u.a. nahm er privat übe rein Jahr Lektionen bei Andrzej Białka, um zu lernen, wie Barock gespielt wird. - Das ist ein Meister – und ich suchte mein ganzes Leben lang nach Meistern und Genies.
Er war im fünften Studienjahr, als für ihn in den rigorosen Rahmen der Hochschule kein Platz und vor allem kein Verständnis mehr war.
Aber Wojtarowicz wusste genau, was er wollte. Er gründete das Motion Trio. In dieser Formation spielten die verschiedensten Musiker – es blieben Baranek, der im Jahre 1998 kam, und Gałażyn, der ein Jahr später zur Band stieß.
Sie spielen hervorragend zusammen – jeder hat eine andere Technik, einen anderen Ausdruck und einen anderen Charakter. Und vielleicht erreichen sie deshalb ein so hervorragendes Ergebnis. Sicher ist dies auch ein Ergebnis der sie verbindenden Freundschaft, die sich auch auf den das Trio begleitenden Akustiker Michał Rosicki bezieht.
Der Grand Prix bewirkte, dass das damals den Wettbewerb ausrichtende Kunstinstitut sich über das Kultusministerium um neue Instrumente bemühte. Dank dessen spielt das Trio seit dem Jahre 2004 auf Akkordeons der Marke Pigini, des weltweit führenden Herstellers.
Von da an konnten sie ohne Angst um die Qualität ihrer Instrumente 
an der Seite großer Künstler austreten
wie etwa Bobby McFerrin, mit dem sie sich erneut auf dem Jazzfestival in Montreal trafen, wo der berühmte Sänger erneut zu den Kompositionen von Wojtarowicz improvisierte. Mit dem indischen Tablaspieler und Schlagzeuger Trilok Gurtu spielten sie zusammen in Kraków im ersten Teil des Konzerts der Band Syndicate Joe Zawinula.
- Obwohl wir nie zusammen gespielt haben, betrachte ich Zawinul als meinen geistigen Schirmherr. Die zahlreichen Gespräche mit ihm – über unsere Musik und die Musik allgemein, über die Demut im Herangehen an die Musik, gaben mir sehr viel. Nicht ohne Bedeutung war es auch, dass er uns erlaubte, im Jahre 2004 fünf Abende in seinem Wiener Club Birdland zu spielen – unterstreicht Wojtarowicz.
Diese fünf Abende, von denen sie einen zusammen mit Tomasz Stańko spielten („Nach einer wirklich kurzen Probe bin ich fasziniert von ihnen“), verdanken sie ebenfalls Zofia Beklen, die in Wien der Wiener-Krakauer Kultur-Gesellschaft vorsteht. Und das war ein Wendepunkt in der Karriere des Trios. Sie erhielten jetzt Einladungen von vielen prestigeträchtigen Orten in der Welt, was bewirkte, dass sie in den nächsten anderthalb Jahren 1106 Konzerte in 22 Ländern gaben und auf 17 Festivals zu Gast waren, u.a. auf dem bereits erwähnten Festival International de Jazz de Montreal, auf dem Urkurt Festival in Schweden, wo World Music dominierte, auf dem Lowlands Festival in Biddinghuizen in den Niederlanden, wo Interpreten aus den Bereichen Rock, Techno, Punk und Metall eingeladen wurden, aber auch solche, wie etwa Apocalyptica, The Prodigy, Nick Cave, Korn, Marilyn Manson und Morcheeba, sowie auf einem Festival in Taiwan.  Zudem gastierten sie als Vertreter von Kraków auf der EXPO in Japan. Insgesamt waren sie in 32 Ländern zu Gast,
Dies war eine Zeit, in der sie gern auf Jazz- und Rockfestivals sowie Festivals moderner Musik auftraten, wie etwa dem Parkmusic Festival in Deutschland, wo die Musik von Karlheinz Stockhausen und Janis Ksenakis gespielt wird. Damals deklarierte Wojtarowicz, dass sie in ähnlichem Grade an Heavy Metal und an Jazz sowie moderner Musik interessiert sind und sich nicht in die Schublade der so modischen World Music drängen lassen wollen. In letzter Zeit wollen sie nicht einmal mit dieser Musikrichtung in Verbindung gebracht werden – sie wählen die Einladungen immer genauer aus und wollen eigenständig sein. Wojtarowicz beruft sich gern auf die McFerrin, der überhaupt nicht zu klassifizieren ist – er ist ganz einfach ein Meister des Gesangs, sowohl im Bereich Jazz, wie auch in der klassischen Musik, etwa mit dem Meister des Cellos, Yo Yo Ma... Ähnlich das Motion Trio – auf der einen Seite führen sie eigene Werke (hauptsächlich ihres Leaders) auf, die in sich schon sehr unterschiedlich sind – wie etwa „Sound of War“, inspiriert vom Krieg in Tschetschenien, „You dance“ in Techno-Version oder die nostalgische „Little story“ – auf der anderen Seite interpretieren sie auch Kompositionen von Krzysztof Penderecki, Henryk Mikołaj Górecki oder Wojciech Kilar, dessen „Orawa“ dem Trio nach wie vor riesigen Applaus einbringt.
Wojtarowicz, Gałażyn und Baranek lieben es, so verschiedene, oftmals unterschiedliche Sprachen verwendende musikalische Richtungen zu interpretieren, denn – wie sie selbst sagen – es ist immer besser, vier Sprachen zu kennen, als nur eine. Entsprechend dieser unterschiedlichen Stile wählen sie auch ihre Kleidung aus – einerseits treten sie im (wenn auch nicht ganz klassischen) Frack auf, andererseits aber auch in modernen Anzügen oder gar Rockkostümen. Denn sie wollen in den Konzertsälen der Welt mit ihren Instrumenten auch deshalb auftreten, um junge Zuhörer anzuziehen. Und das gelingt dem Trio hervorragend. Während ihrer Konzerte kommt es zu Ausbrüchen von Enthusiasmus und Freude – fast wie im Falle von Rockstars.
Janusz Wojtarowicz ist sich bewusst, dass ihre Erfolge aus der Tatsache folgen, dass sie beim akustischen Spiel auf ihren drei Akkordeons etwas ganz neues anbieten – sowohl die eigenen Kompositionen, wie auch Transkriptionen von Werken, die für ganz andere Instrumente geschrieben wurden. Welchen Sinn macht es schon, Bach auf dem Akkordeon zu spielen.
„Das Trio der polnischen Akkordeonisten spottet allen Gewohnheiten und der traditionellen Art des Akkordeonspiels und überträgt dieses Instrument ohne jegliche elektronischen Effekte in die Zukunft“ – schrieb ein Kritiker in der „Le Monde”.
Wichtig für die Gruppe war das Treffen mit Krzesimir Dębski. Er war es, der das Arrangement der Kompositionen des Trios für die Aufführungen mit dem Deutschen Filmorchester Babelsberg vorbereitete. - Bereits während der Proben zeigten die Reaktionen der Orchestermitglieder, die zuvor unter anderem mit Jose Carreras, Andrea Bocelli, dem Buena Vista Social Club oder auch Metallica gespielt hatten, dass alles gut wird. – erinnert sich Wojtarowicz.
Im September 2007 stellten sie dieses Programm mit dem brasilianischen Rio de Janeiro Orquestra do Teatro Municipal am berühmten Strand Copacabana vor.
Im Rahmen dieses Projektes, das sie „Motion Symphony“ nannten, spielte das Trio zusammen mit solchen Orchestern, wie u.a. dem WDR Rundfunkorchester Köln, der Sinfonietta Riga, der Sinfonietta Cracovia, dem Kammerorchester AUKSO, dem Orchester der Philharmonie Łódź oder dem Hanseatica Chamber Orchestra.
Der letzte bedeutende Schritt in der Karriere des Trios und der (was Wojtarowicz ständig unterstreicht) Förderung des Akkordeons war der diesjährige Auftritt mit der Michael Nyman Band im Londoner Barbican Center. Der von Zuhörern und dem weltbekannten Komponisten hervorragend aufgenommene Auftritt führte zu einer viermaligen Wiederholung in Polen – im Herbst spielt das Trio in Gdańsk, Warschau, Poznań und Łódź – sowie zur Aufnahme einer Platte – mit Nyman als Pianisten. Auf der Platte ist vor allem seine Musik zu Filmen von Peter Greenway zu hören. Erstes Stück auf der CD ist das vom Komponisten gespielte Thema aus dem Film „Piano“, am Ende steht die Komposition „Proms“ von Wojtarowicz von der letzten Platte des Trios mit dem Namen „Metropolis”.
Denn selbstverständlich sind außerhalb der Konzerte
die Platten die Visitenkarten des Trios
- darunter die in Deutschland und Polen prämierte „Pictures From The Street” sowie die „Play-Station”, deren Erscheinung mit Text und Bild in der „New York Times” beschrieben wurde. Beide Platten wurden unter dem Schild des deutschen Verlags Asphalt Tango und des britischen Harmonia Mundi herausgegeben und werden in etwa 30 Ländern vertrieben. „Metropolis” dagegen wird von Akordeonus Records verlegt, also der von der Frau des Leaders des Trios, Anna, geleiteten Firma. Dieses Album, das eine musikalische Wanderung durch viele Städte der Welt ist, verbindet in sich die Einflüsse des Barocks, die Musik von Schostakowitsch und Strawinski, aber auch Elemente der Club Music.
In Kürze erscheint das Album mit Nyman, das der berühmte Komponist unter dem Schild seiner eigenen Plattenfirma herausgibt.
- Die Aufnahme dieser Platte war für uns eine riesige Befriedigung. Nicht nur, dass sie im Verlag von Nyman erscheint, auf ihr ist auch noch meine eigene Komposition zu hören – sagte Janusz Wojtarowicz.
Zu den nächsten Plänen des Trios gehört die Aufnahme einer Platte mit dem 25-köpfigen Jugend-Akkordeonorchester aus Koszalin, mit dem sie unter riesigem Applaus der Zuhörer im französischen Lille auftraten, sowie ein Album mit eigenen Kompositionen zum 15. Gründungsjubiläum des Trios. Es ist aber nicht auszuschließen, dass sie irgendwo „unterwegs” noch einen berühmten Künstler treffen, der von der Musik und dem Niveau der Krakauer Virtuosen begeistert ist und ihnen ein gemeinsames Projekt vorschlägt.
Schließlich hat sich bereits mehrfach bewiesen, dass im Spiel des Motion Trios große Kraft und Magie liegt. Und dies wird sich auch in Zukunft nicht ändern.

Waclaw Krupinski

 

 


 

 

 

Nie gehörte Töne

Akkordeon-Experimente des Motion Trios in der "Brotfabrik"

 

 

 

"Den Traditionalisten des Akkordeons gehen die Ideen aus. Unser Ziel ist es, dem Instrument nie gehörte Töne zu entlocken", sagt Janusz Wojtarowicza, der kreative Kopf des Motion Trios. An Selbstbewußtsein fehlt es dem 1971 geborenen Komponisten und Virtuosen nicht: "Andere Instrumente sind ausgereizt, das Akkordeon wird erst jetzt entdeckt und experimentell gespielt." Den starken Worten folgen Taten, das zeigen schon wenige Takte des klassisch ausgebildeten Triumvirats aus Krakau. Die scheinbar längst durchschauten "Schifferklaviere" sprechen hier wirklich eine neue Sprache, lautmalerisch, sogar mit Akzenten völlig anderer Instrumente. Um diese Vielfalt zu entwickeln, nutzen die souveränen Musiker statt Computer-Tricks nur ihre Fingerfertigkeit und ihren kaum begrenzten Ideenreichtum.
Ausgeprägter Gestaltungswille, heimliche Zitierfreude und frappierende Stilsicherheit bestimmen das Repertoire des Trios. Im ruhigen Teil dieses Konzerts im ausverkauften großen Saal der "Brotfabrik" verdichten die Musiker Spannung subtil durch Nuancen und erweisen auch der strukturierten Strenge von Johann Sebastian Bach ihre Reverenz. Später wird es rhythmischer und energischer, klingen neben einer unvermeidlichen Hommage an den Tango Nuevo klassische Moderne, der Ferne Osten oder der finnische Akkordeon-Revoluzzer Kimmo Pohjonen an. Sprunghafte Unisonos zerfallen zu individuellen Stimmen: Eine stoische Phrase steckt in einer Endlosschleife, über nadelfeine Harmonien des zweiten Akkordeons erhebt sich ein Solo des dritten, das bald unversehens mit dem ersten die Rolle tauscht.
Ein wenig "polnische Seele" schimmert in tragikomischen, nie melodramatischen Momenten durch, folkloristische Assoziationen sind indessen so rar wie Polka-Takte. Ähnlich vermeintlich bekannten anderen Motiven leuchten sie mitunter trügerisch auf, um gleich wieder im Meer lange stehender Noten und stakkatoartiger Wellen abzutauchen. Überlagerungen und Abwandlungen repetitiver Strukturen wecken Erinnerungen an Minimalisten, ein Werk scheint das hypnotische Gespinst von Steve Reichs "Music for 18 Musicians" zu abstrahieren. Meisterhaft spielt das Trio mit suggestiven Klängen. In hohen Lagen verwandeln sich die Akkordeons in Streicher, zuweilen klingen sie wie klassische Holzbläser, dann dröhnen gravitätische Bässe wie die einer Orgel.
Fast beiläufig zitieren die Musiker Sounds ihrer Generation von Techno bis Gameboy und umgehen auch hier traumwandlerisch sicher Platitüden. Nicht ohne Grund also sammelt das Trio internationale Auszeichnungen, obwohl seine Präsenz kaum dem Stereotyp studierter Musiker entspricht. Als Janusz Wojtarowicza 1996 das Ensemble gründete, war Pawel Banarek gerade achtzehn Jahre alt, der Dritte im Bunde, Marcin Galazyn, immerhin schon 21. Konsequent setzt das Motion Trio in erster Linie auf die eigene Inspiration. Die Perfektion und Brillanz, mit denen sie kleinteilige Motive nahtlos durchreichen, Melodie- oder Basslinien synchronisieren, Solos mit Dissonanzen aufladen und gleichzeitig mit romantischen Harmonien grundieren oder jähe Tempowechsel exekutieren, verraten konsequente Arbeit.
In der von Frankfurt und der polnischen Partnerstadt organisierten Reihe "Krakau am Main" bei den Polnischen Kulturtagen der EZB repräsentiert das Motion Trio die junge, progressive Musikszene. Es setzt wie manche renommierten polnischen Jazzer auch außerhalb seiner Heimat Maßstäbe, selbst wenn sein jetzt veröffentlichtes Studio-Album "Pictures From The Street" etwas traditioneller klingt als das großartige Konzert, dessen Zauber selbst distinguierte Zuschauer zu Ovationen hinriß.



(c) F.A.Z. GmbH, Frankfurt am Main

 

 

 

 

Märkische Allgemeine Zeitung

 

 

 

 

 

 

Nationalhymne und Sandmannlied im "Gelben Trabant"
Ein vor Musikalität strotzender Abend: Krakauer "Motion Trio" trifft im
Nikolaisaal Filmorchester Babelsberg
MATTHIAS MÜLLER
Das Crossover-Konzert am Freitagabend lockte viele junge Menschen, davon offensichtlich etliche
mit Sachverstand und Kenntnis der Besonderheiten des Motion-Trios aus Krakau in den
Nikolaisaal. Im gemeinsamen Spiel mit dem Deutschen Filmorchester Babelsberg wurde hier
Neuland betreten. Die Arrangements für Trio und Orchester von Krzesimir Debeski waren für
diesen Anlass gefertigt und hatten beim Veranstalter für einiges Lampenfieber gesorgt. Doch
bereits mit dem ersten Titel stellte sich die Premierenaufregung als völlig unbegründet heraus,
denn hier klappte jede Kleinigkeit, jedes winzige Detail passte, und Scott Lawton hatte nie ein
Problem, die entfesselten Krakauer mit dem flexibel reagierenden Orchester zusammen zu
bringen.
"Here comes: Motion Trio" lautete der Titel des programmatischen Orchestereinstiegs, dem die
polnischen Akkordeonmeister prompt Folge leisteten. Es erklang ein perfektes Akkordeonspiel, das
den Saal in einen brodelnden Kessel verwandelte. Titel zum Weltraum oder zur Technik
überwogen fraglos. "UFO", "Space Carrousel" oder "Helicopter" seien als Beispiele genannt. Der
"Gelbe Trabant" hingegen bezog sich auf das DDR-Kultfahrzeug, wurden doch darin die alte
Nationalhymne und das Sandmannlied aus dem DDR-Fernsehen trefflich parodiert. Heiterkeit im
Saal. Das Motion-Trio besteht aus dem Gründer Janusz Wojatarowicz (Akkordeon) sowie Pawel Baranek
und Marcin Galazyn am eben so großen Bajan. Seit zehn Jahren erobert das Trio aus Krakau die Musikwelt, und mittlerweile hat es das Akkordeonspiel zu wahrer Konzertreife gebracht. Der
musikalische Stil ist ein Extrakt aus allen möglichen Richtungen der Vergangenheit und Gegenwart
mit einer besonderen Vorliebe zur Minimal-Musik eines Philip Glass oder Steve Reich. Auch die
Eignung des Akkordeons als Trommel wurde häufig ausgelotet oder mit leichten Schlägen auf das
Mikrofon bereichernde Klangeffekte erzielt.
Janusz Wojatarowicz gleicht beim Auftritt einem tanzenden Derwisch. Selten sitzt er länger als
eine Minute auf einem Fleck, er kniet, dreht sich, ermuntert Dirigent, Orchester und Akkordeonpartner zu immer waghalsigerem Treiben. Doch es gab auch die leisen Töne, so im
glänzenden Zusammenspiel mit dem Filmorchester in Stück "Silence". Von den reinen Triowerken
verdient das in Polen bereits zum Hit avancierte "Orawa" von Wojciech Kilar, in dem
Reminiszenzen polnischer Nationaltänze anklangen, wie auch "You Dance" mit arabischen
Musikzitaten besondere Würdigung.
Es war dies ein vor Musikalität strotzender Abend, der in dieser Kombination schon heute einen
ebhaberkreis besitzen düfte

 

Nürnberger Zeitung

 

 

 

 

Feste auf den Balg geklopft

Das Motion Trio in Fürth – Feste auf den Balg geklopft
„Unser Ziel ist es dem Akkordeon Töne zu entlocken, die noch nie vorher gehört
worden sind“, erklären die drei Musiker vom Motion Trio vollmundig. Dabei hat das
‚Schifferklavier’ hierzulande eine eher schwerfällige Präsenz, und so zweifelt man
nach einer solchen Vorankündigung schon, ob es möglich sein sollte, ohne Computer
und Soundmaschinen in bislang unerforschte Klanggalaxien vorzudringen. Die
Skepsis weicht schnell, wenn man die Herren Wojtarowicz, Baranek und Galazyn am
Mittwoch im Fürther Kulturforum gehört hat. Tatsächlich traut man seinen Ohren
nicht, wenn die Krakauer Avantgarde-Musiker in einer Minimal Art-Version die laute
einer Playstation imitiert („Game Over“) oder ihr Akkordeon einen stimmbrüchigen
Dudelsack adelt („Scotsman“).
Stil ohne Grenzen
Die Akrobatik der Tonbilder, die technische Finesse und das virtuose Zusammenspiel
des Trios sind atemberaubend. Wie entfesselt werden in der musikalischen
Reminiszenz an „Chinatown“ bassknarzende Klanglandschaften aufgebaut oder beim
„Asphalt Tango“ dem Instrument auf den Balg geklopft bis endgültig alle Stilgrenzen
überspielt sind und so der radikale Anspruch auf die Revolution des zu Unrecht als
„Quetschkommode“ verunglimpften Instruments eingelöst ist. Am Ende muss erst
das Licht im rappelvollen kleinen Saal angehen, ehe die Tastenrastellis nach der xten
Zugabe die Bühne verlassen dürfen: ein großartiges Gastpiel im Rahmen von
„EuroVisionen“, das sich die polnische Musik als Schwerpunkt gesetzt hat. Ein
weiterer Höhepunkt des Festivals ist der Auftritt der Warsaw Village Band am
Samstag, 19.03. im Kulturforum.

Armin Roucka 18.03.05

 

 

 

 

 

Thüringer Allgemeine

 

 

Akkordeon zum Jazz auf der Meile

 

Mit einer für Jazz nicht alltäglichen Besetzung wartete das Motion-Trio zur Jazzmeile
auf. Das Publikum ließ sich gern darauf ein. Akkordeon und Jazz - geht das? Es geht.
Das legendäre Quartett des Akkordeonisten Leon Sash z.B. erntete in den 50er/60er
Jahren, so beim Newport-Jazzfestival, Begeisterungsstürme u.a. mit Bearbeitungen
Bachscher Orgelwerke. Nur ein Punkt aus der Historie.
Das Konzert der Jazzmeile am Donnerstag im mon ami im Rahmen des Deutsch-
Polnischen Jahres stellte mit dem Motion-Trio ein zeitgenössisches Trio mit drei
Akkordeonisten vor: Janusz Wojtarowicz (Leiter), Pavel Baranek, Marcin Galazyn,
eine Krakauer Gruppe der Spitzenklasse, die bei Jazz- und Rockfestivals
Riesenerfolge feiert. 1996 gründete sie der heutige Leiter (geb.1971), ein Studierter,
wie die zwei anderen auch. Wer heute noch von Quetsche für Akkordeon redet, muss
Motion hören, um die Vielsprachigkeit eines der beliebtesten wie festgelegtesten
Instrumente zu erleben.
Da sind drei Solisten, die mit Können, Spiellust und weitem musikalischen Horizont
einen Bogen zwischen traditioneller und moderner, zeitgenössischer (auch Jazz)
Musik spannen und damit gleichzeitig ein Instrument adeln. Wenn es so etwas wie
Weltmusik gibt, dann war es diese, Klezmer, Latino, Jazzakkorde in Chinatown und
mehr. Aber ihr Angebot an Ost- und Südosteuropa, Folkloristischem von dort, hätte
schon genügt. Schier unerschöpflich ihre klanglichen und rhythmischen Einfälle - ein
Instrumentenchassis als handgeschlagenes Tom Tom, ein Mikrofon, ebenso bedient,
als stampfender Bass und grosse Trommel, alles machbar!
Die Musik ist - aufbauend auf einem ostinaten Akkordfundament als durchgehendem
Prinzip - illustrativ und gegenständlich, nicht intellektuell überladen. Das zeigen
schon die Ansagen: Erster Frühlingstag, Ufo, Hubschrauber, Karussell. Und immer
schwingt ein hintergründiger, uriger Humor mit, auf die Spitze getrieben in den Zugaben Game Over und Der Zug: dem einen geht das Computerspiel, dem anderen
der Dampf aus! Zwei herrlich zeitnahe Statements, hinreißend virtuos und
umwerfend komisch. Dann wieder sind Intermezzi mit viel Seele, viel Meditativem:
Sterne, Stille - letzteres an Bartok, Kodaly und Zeitgenossen erinnernd.
Die musikalischen Rollen zwischen den Dreien wechseln ständig, Bälle, Mitteilungen
fliegen hin und her, mühelos und fließend. Alles wirkt erlebt, verarbeitet,
verinnerlicht - einfach überzeugend. Das zahlreiche Publikum vollzog es sichtbar
genießend und bis ins Innerste mit, es feierte die drei Vollblutmusikanten begeistert
und stehend.

Eberhard Neumeyer

 

 

Laut

 

Portrait

"Unser Ziel ist es Noten aus dem Akkordeon zu ziehen, die vorher noch nie gehört
worden sind." Ohne Hilfsmittel in unerforschte Klanggalaxien vorzudringen, gelingt
heutzutage nur noch selten. Trotzdem scheint dieses Vorhaben für die polnischen
Musiker eine leichte Übung zu sein. Von Rock bis Jazz, von Balkan-Chanson bis
Minimal Music, von einfach bis kompliziert, von ausgelassen fröhlich bis
melancholisch verträumt reicht die Songpalette ihres Debütalbums. "Wenn das
Akkordeon noch durch täuschend echte Imitation einen stimmbrüchigen Dudelsack
adelt, haben die Krakauer endgültig überzeugt" bilanziert mein Blue Rhythm-Kollege
Stefan Franzen über "Pictures From The Street".
Gegründet wird das Motion Trio 1996 von Janusz Wojtarowicz, der bis heute der
musikalische Leiter ist. 1971 geboren, beginnt er mit sieben Jahren Klavier und
Akkordeon zu spielen, was ihn schließlich an das 'National Music College' und die
'Music Academy' in Krakau führt. Nach erfolgreichem Abschluss seiner Studien
arbeitet er als Komponist und Musiker u.a. für das Theater. Seine Motion Trio-
Gefährten sind Marcin Galazyn und Pawel Baranek. Marcin Galazyn, 1975 geboren,
langt ebenfalls ab seinem siebtem Lebensjahr in die Tasten. Auch er absolviert die
Krakauer Musikakademie mit Erfolg. Dort tummelt sich auch der 1978 geborene
Pawel Baranek. Er beginnt in Alter von neuen Jahren Akkordeon und Orgel zu
spielen. Nach dem Music College in Tarnow verschlägt es ihn ebenfalls an die
Krakauer Musikschmiede.
Ihre Inspiration beziehen die drei Musiker nach eigenen Angaben aus
"zeitgenössischer Musik, Klassik, Barock, Jazz, Rock, Metal, Techno, House und
Disco". Die eigenwillige Verarbeitung dieser Quellen und ihr Anspruch auf "nie
gehörte Töne" beschert dem Motion Trio bald einige Aufmerksamkeit. Der
Stimmakrobat Bobby McFerrin und der polnische Jazztrompeter Tomasz Stanko
arbeiten mit ihnen. 2000 gewinnen sie den internationalen Krzysztof Penderecki
Wettbewerb für zeitgenössische Musik. Im selben Jahr erhalten sie von der
polnischen Musikpresse die Auszeichnung 'Debüt des Jahres', von der Musikindustire
wird "Pictures From The Street" zur CD des Jahres gewählt.
2004 erscheint "Pictures From The Street", das vom jungen Label Asphalt Tango
veröffentlicht wird, endlich in Resteuropa und erobert auch hier schnell die Ohren
und Herzen der Menschen. "Man staunt über die Vielfalt der Klänge und Rhythmen
und gleichzeitig über die Schönheit der Melodien" lautet das einhellige Urteil von
Presse und Publikum.

Kai Kopp

 

 

 

Frankfurter Rundschau

 

 

 

 

 

Hupender Trabi (gelb)
Das Motion Trio lässt hören, was im Akkordeon steckt
Quetschkommode, Ziehharmonika, Zerrwanst, Schifferklavier, asthmatischer Wurm.
Was musste es schon alles an unschönen Bezeichnungen einstecken. Dabei sind dem
Akkordeon doch durchaus schöne Töne zu entlocken. Auch wenn E-Musik-
Komponisten das selten so sahen, es in der klassischen Notenliteratur sich kaum
niederschlägt, das Instrument stets als das "Klavier des kleinen Mannes" galt, es
seine Verbreitung eher in der Folklore fand und ihm der Ruch von Kaschemmen,
Tavernen, Spelunken und Oktoberfesten anhängt.
Seit einigen Jahren jedoch wandelt sich das Bild. Nicht nur die Virtuosen des Tango
Argentino, Zydeco, Cajun oder Irish Folk zeigen, was tatsächlich im Akkordeon
steckt. In jüngster Zeit treten auch immer mehr Klangkünstler aus dem
osteuropäischen Raum in Erscheinung. Auch die drei noch jungen Akkordeonisten
des Krakauer Motion Trio haben sich angeschickt, den Ruf ihres Instruments zu
verbessern, seine Möglichkeiten zu erweitern, ihm nie gehörte Töne zu entlocken. Sie
sind erfolgreich in ihrer Mission, heimsten bereits mehrere Preise ein, auch auf dem
E-Musik- Sektor, etwa beim 2000er Internationalen Krzysztof- Penderecki-
Wettbewerb für Zeitgenössische Musik in der Kategorie Trio - für Akkordeonisten
eine seltene Ehre.
Mit ihrem punktgenauen Spiel konnten sie auch in der Darmstädter Centralstation
überzeugen. Timing ist beim Motion Trio gefragt. Ihre weniger von osteuropäischer
Folklore denn von Neuer Musik, besonders der Minimal Music, inspirierten
Kompositionen gleichen in Noten gegossenen Bauwerken. Die drei Musiker schichten
Architekturen auf, exakt konstruiert, jeder Ton ist festgelegt, improvisiert wird wenig
bis gar nicht. Konzentriert sitzen sie auf der Bühne, ihre tiefschwarzen Instrumenten
der Firma Pigini - zweimal Knopf-, einmal Tastenakkordeon - vorgeschnallt, hören auf
das Spiel des anderen, damit sie keines ihrer kleinen Bauteile zu spät setzen.
Auch wenn sie kein technisches Gerät zur Hilfe nehmen - sie lassen sich doch von
Maschinenmusik inspirieren. Einige der repetitiv gelegten Rhythmusmuster klingen
nach Kraftwerk oder dem finnischen Akkordeon- Avantgardisten Kimmo Pohjonen,
ein paar Mal hört man gar Techno- oder House-Figuren. Ihre - nicht selten
humorvollen - Klangspiele lassen oft schon im Titel erkennen, welche Automaten sie
imitieren: ein dudelndes Computerspiel, eine schnaubende Lokomotive, einmal gar
einen hupenden (gelben) Trabi.

FRANK SCHUSTER

 

 

Darmstädter Echo

Das Motion Trio spielt, was Spaß macht
DARMSTADT. Auf der Straße hätten sie manchmal acht Stunden gespielt erzählt
Janusz Wojtarowicz und scherzt: „Vielleicht haben sie ja noch etwas Zeit?" Zu diesem
Zeitpunkt haben er und seine beiden Musikerkollegen vom Motion Trio schon 90
Minuten Akkordarbeit hinter sich. Doch das Publikum im voll besetzten Saal der
Darmstädter Centralstation will die jungen Musiker am Samstag immer noch nicht
gehen lassen. Was die in Akkordeonisten-Kreisen gefeierten Polen Marcin Galazyn,
Pawel Baranek und Janusz Wojtarowicz auf ihren Instrumenten präsentieren, ist
technisch wie klanglich ein Genuss: Die erste halbe Stunde wirkt getragen, doch
dann drängt sich die eigentümlich treibende Dynamik immer mehr in den
Vordergrund. Die stark rhythmisierten Stücke sind von hoher Klangkomplexität.
Zeitweise scheint es, als fügten die Musiker drei Stücke gleichzeitig zu einem einzigen
zu sammen. So tummeln sich dämonisch anmutende Phrasen und zeternde
Sopranstimmen unter dem Mantel warmer Balkan-Melodien. Präzise Balgarbeit setzte
den „Train to Heaven" in Bewegung. Ein Stück wie eine Melange aus Funk und Jazz:
lässige Akkorde zu hastig phrasierten Läufen. Die Musiker bewegen sich stilistisch
sicher durch traditionelleFormen und schöpfen aus einer Vielzahl akustischer
Erscheinungen der Gegenwart bis hin zum Computerspiel-Geballer. Gespielt wird,
was. Spaß macht - so wie damals auf der Straße.

 

 

Live in Vienna

 

 

 

 

 

 

 

Die drei Burschen spielen wirklich phantastisch. Die Farben, die sie mit ihrem Spiel erzeugen, sind äußerst ungewöhnlich. Sie achten auf jede Nuance, sie wissen, was sie zu tun haben und bewahren immer ihre Eigenständigkeit. Ihr Spiel ist geprägt von Schmerz, Wissen, Charisma und Leidenschaft..." Wer da so über das Motion Trio schwärmt ist niemand Geringerer als der gegenwärtige Hans Koller-Preisträger des European Jazz Price – der polnische Trompeter Tomasz Stanko. Im Jahr 2002 spielte das Motion Trio in der Gustav Adolf-Kirche, am 13. März 2003 statten die drei Akkordeonisten im Rahmen des Akkordeonfestivals Wien erneut einen Besuch ab – aufgrund des außerordentlichen Vorjahreserfolges wagen die Veranstalter diesmal den Weg in die doch beträchtlich größere Votivkirche. Standing Ovations war der gerechte Publikumslohn für ihre Kirchenperformance im März 2002. Sie ließen ein enthusiastisches Publikum zurück und ein Kirchenschiff mit geballter Ladung an positiver Energie. Sie – das sind Janusz Wojtarowicz, Pawel Baranek und Marcin Galazyn. Janusz Wojtarowicz ist der Gründer und Leader des impulsiven Trios, der auch für den Großteil der Kompositionen verantwortlich ist, und seit seinem 7. Lebensjahr Klavier- und Akkordeonunterricht erhielt. Pawel Baranek gilt als einer der besten Akkordeonisten der jungen Generation in Europa und begann im Alter von 9 Jahren mit Akkordeon- und Orgelunterricht. Marcin Galazyn griff erstmals im 7. Lebensjahr zum Akkordeon und ist – wie auch die beiden anderen – Preisträger von etlichen Akkordeonwettbewerben. Das Besondere am Motion Trio ist das Kreieren eines tatsächlich innovativen Akkordeonsounds. Das polnische Trio verzichtet auf sämtliche Behelfsmittel elektronischer Art, beginnen quasi dort, wo ein Kimmo Pohjonen aufhört. "Andere Instrumente wie Geige, Gitarre, Klavier wurden auf ihre Art bereits ausgereizt," so Janusz Wojtarowicz, "da kann nicht mehr wirklich viel Neues entstehen. Ganz anders beim Akkordeon. Das wird jetzt erst so nach und nach entdeckt und experimentell gespielt. Die Akkordeon-Traditionalisten sind erschöpft und unser Ziel ist es, nie gehörte Töne dem Akkordeon zu entlocken. Vollkommen neue Sounds und Formen zu entwickeln, und diese auf CD - und natürlich auch live - umzusetzen. Live bedeutet unser Spiel eine besondere Herausforderung, denn im Studio kann man in gewisser Weise schummeln, nicht jedoch während eines Konzerts." Sie sind also Handwerker. Handwerker, die jederzeit zur Überschreitung allfälliger Grenzen im akkordeonistischen Spiel fähig sind. Handwerker, die Soundcollagen mit drei akustisch gespielten Akkordeons ausatmen, wofür andere Unmengen an Equipment benötigen. Hört euch nur mal "Chechnya – Sounds of War" oder "Stars" an und danach ein x-beliebiges Album von Pink Floyd oder Brian Eno. Kein Wunder, dass Bobby McFerrin mit dem Motion Trio bereits konzertierte, denn diese musikalische Begegnung ist für beide eine besonders lohnende Herausforderung, sei es im Improvisations- oder Collagenbereich. Stimmung schaffen, auf den Veranstaltungssaal eingehen und die berühmte Reise antreten. Bei Motion Trio erhält das Publikum eine Reise in die düstere Kriegslandschaft auf Erden genauso wie eine Reise in intergalaktische Dimensionen. Eine Reise zu den Sternen, mitten hinein in die Stille und ins Herz. Allgegenwärtig sind dabei die Bilder und Filme, die vor einem ablaufen, wenn das Trio in die Tasten greift. Bilder und Filme, die im TV gezeigt werden. Flugzeuggedröhn, Maschinengewehrsalven, marschierende Soldaten inklusive Militärorchester. Janusz Wojtarowicz: "Chechnya – Sounds of War" war in 30 Minuten fertig. Wir waren ein bisschen betrunken, saßen vor dem TV-Gerät und sahen diese Kriegsbilder aus Tschetschenien. Wir stellten den Ton ab, griffen zu unseren Akkordeons und spielten zu den Bildern."

Poesie ohne Worte

Vom Motion Trio sind bisher vier CD’s erhältlich, nämlich "Cry", "Pictures" (beide 2000), "Play Station" (2001) und "Live in Vienna – Sacrum & Profanum" (2002), die von der polnischen Musikkritik allesamt mit Begeisterung aufgenommen wurden. "Pictures" erhielt dabei die Auszeichnung "Best Polish Recording 2000: CD des Jahres" und gewann den Grand Prix der polnischen Musikindustrie und als Draufgabe erklärten die polnischen Musikkritiker Motion Trio zum besten Debüt des Jahres 2000. Und: Die Band rangierte in der Gesamtwertung hinter Tomasz Stanko auf Platz 2. Absurd eigentlich, dass sich noch kein deutschsprachiger Vertrieb bereit erklärte das Motion Trio unter seine Fittiche zu nehmen. Umso mehr, da ihre Musik nicht nur live gehaltvoll ist, sondern auch via Tonträger eine kongeniale Soundlandschaft zu vermitteln vermag. In beiden Fällen schaffen die drei jungen Musiker eine poetische Stimmung. Worte sind dabei nicht notwendig, ihre Geschichten sind universell verständlich. "Live in Vienna – Sacrum & Profanum" widerspiegelt das polnische Trio von all ihren Tonträgern bisher am besten. Die acht akustischen Soundspektakel berühren und bewegen zutiefst in ihrer Reinheit, Schönheit, Sinnlichkeit und Realitätsnähe. Die dargebene Musik ist ein Refugium vieler Genres, eine kompakte und logische Neudefinierung dessen, was auf dem Akkordeon möglich ist. Das Trio spielt geschickt mit der Gefühlsebene der Zuhörer, bewirkt eine Freisetzung von Phantasien und lässt staunen ob der Bildhaftigkeit des Motion Trio-Klanges. Die bereits erwähnten Schreckensbilder von "Chechnya – Sounds of War" ist alleine vom Thema her das auffälligste aber auch das impressionistischste Stück auf der CD. "Stars", "UFO", "Silence" und "Game VI" spielt hingegen mit der Vorstellungskraft abstrakten Denkens. Pulsare, Quarks, kosmische Karusselle, das Funkeln der Sterne und futuristische Mobilität schütteln die Drei wie nichts aus ihren Instrumenten. Akustische Klangkörper, die in Janusz Wojtarowicz, Pawel Baranek und Marcin Galazyn ihre Meister fanden, oder: Selig sind diejenigen, die Motion Trio spielen hören.

 

 Manfred Horak 

Instytut sztuki
projekt: Joanna Styrylska, wykonanie: maszyna.pl